Das Schweigen war nicht abweisend uns beiden war bewusst, dass wir uns in einer Stunde oder so gegenseitig mit Worten überschütten würden. Wenn die Kopfschmerzen weg sein würden.
„Ich glaube, in dem Feld hab ich’s verloren…“, meldete sich die raue Stimme rechts von mir, „Doch, das müsste es sein. Ja, guck, hier haben wir uns ausgezogen und da liegt noch das Kondom rum!“
Sie deutete schwach auf das achtlos weggeworfene rot-rosane Präservativ, machte noch ein paar Schritte weiter auf das Feld und hob triumphierend ihr dreckiges Handy auf.
Währenddessen wartete ich auf der von Schlaglöchern übersäten Straße, mein klappriges Fahrrad festhaltend und langsam wach werdend. „Wie bist du überhaupt dazu gekommen, mit J zu vögeln? Ich hab dich gestern nur mit G gesehen und als der weg war, meintest du, du würdest nachher wieder mit P schlafen!“, ich grinste, bevor ich fortfuhr: „Und ist J echt so gut im Bett wie C immer behauptet?“
„Keine Ahnung, ich weiß nur noch wie wir auf einem Fahrrad saßen und uns plötzlich hier ausgezogen haben.. Ich hab auch nicht den blassesten Schimmer, wie ich zur Bude gekommen bin!“
„Das weiß ich noch! P wollte mich und A nicht auf ein Fahrrad lassen, weil er Angst hatte, dass wir dann in irgendeinem Feld landen würden..“, ich sah sie grinsend an, „.. und hat mich deshalb bei sich hinten drauf genommen. Dann war für J nur noch bei dir Platz. Oder so. Ich bin mir nicht ganz sicher. Naja, auf jeden Fall wart ihr dann plötzlich weg und wir haben dann bei J auf euch gewartet. Irgendwann kamt ihr dann angefahren, deine Nase hat irgendwie geblutet, weil ihr hingefallen seid oder so und die Anderen haben sich drum gekümmert, während ich und A dann schon zur Bude gefahren sind.“
„Und?“, fragte sie neugierig.
„Keine Ahnung, da hört meine Erinnerung dann voll günstig auf!“, murmelte ich und verfluchte innerlich die ganzen Shots, die P uns am Ende gebracht hatte, weil er sie umsonst kriegte. Und das Bier, das R und M mir immer in die Hand gedrückt hatten. Und den Vodka beim Vorsaufen.
Wir hatten wieder umgekehrt und liefen die selbe Straße in der selben Bauernschaft zurück. Je näher wir dem Dorf kamen, desto langsamer wurden wir.
In meinem Kopf drehten sich betrunkene Erinnerungen.
Wie wir alle schon auf dem Hinweg zur Bauernparty Probleme mit dem Fahrrad fahren hatten. Wie wir tanzten. Wie wir viel zu laut über viel zu schlechte Witze lachten. Wie ich Stunden später mit A beschäftigt an der Wand stand, als die Lichter angingen und die Scheune noch unglamouröser aussah als vorher. Wie jemand rief, wir sollten uns ein Zimmer nehmen. Wie wir alle in die frische Nachtluft stolperten und auf 5 Fahrräder aufteilten.
Mittlerweile schwiegen sie und ich wieder. An der großen Kreuzung angekommen, blieben wir stehen. Eigentlich wollten wir beide nicht alleine sein – sonst hätte ich ihr wohl auch nicht geholfen das Handy zu suchen -, aber von hier an mussten wir in unterschiedliche Richtungen.
„Ach übrigens“, riss sie mich aus meinen Gedanken, „ich hab heut morgen deine Hüfte gesehen.“

Mit 15 hatte ich sowas wie meine schlimmste Phase was so ungefähr Alles angeht.
Und bis heute halte ich es nicht aus, keine Rasierklingen neben meinem Bett liegen zu haben, obwohl ich sie (eigentlich) nicht mehr brauche. Immer noch kostet es mich in jeder schlechten Zeit verdammt viel Überwindung, den Narben an meiner Hüfte, meinen Beinen und meinen Armen keine Neuen zuzufügen. Ich weiß nicht mehr, von wann die letzten Schnitte sind - Anfang diesen Jahres? Ende 2012? -, aber ich weiß, dass es noch nicht lange genug her ist.
SVV ist verdammt noch mal kein Facebook-induziertes-Aufmerksamkeitshuren-Problem. Ich kenne einige Menschen, die Probleme in der Richtung hatten und auf keinen davon trifft irgendeins der verblödeten Klischees zu.
Oh je, ich war ja auch in so einer tollen Assiklasse, wo die Assibratze sich irgendwas in die Haut geritzt haben (ja die haben da Buchstaben und Zahlen reingeschnitten! Vor allem weil das nicht so die Sachen waren, von denen man denken könnte, das sie sich irgendwer in den Arm ritzt) und das rumgezeigt haben, weil es ja so cool ist oÔ Das tat mir besonders für eine aus unserer Klasse leid, die da wirklich Probleme mit hatte. Die hat das auch nciht rumgezeigt, sondern mehr oder weniger erfolgreich versteckt.
AntwortenLöschenOh je :D Jeder mal mit jedem oder wie? Und ich dachte ich wäre schlimm - jetzt komm ich mir vor wie der Papst. Gut, dass ich nicht trinke...
Ja, der nc für Soziale Arbeit liegt meist so bei 2,0 bis 2,5 - schaff ich also locker :D
Es gibt auch echt schöne Glitzerglitzerblogs - das stimmt. Deiner gehörte auch dazu :) Aber bei solchen Blogs denkt man auch nicht, dass die Leute wirklich nicht mehr im Kopf haben als ihre Glitzerwelt.
Mmh ja meine Figur. Ich bin inzwischen auch halbwegs zufrieden mit der, aber manchmal denke ich auch einfach "Waaah ich bin sooo dünn :-/"
Ich habe aber einige schlanke Leute kennengelernt, die viel essen und auch meist nicht unbedingt gesund (na gut, die meisten Leute, die ich kenne, ernähren sich alles Andere als gesund^^). Ich glaub, das ist nicht so ungewöhnlich...
Was genau meinst Du denn mit "Facebook-induziertes-Aufmerksamkeitshuren-Problem"? Wie lauten denn die Klischees?
AntwortenLöschen"Diese ganzen scheiß Emoweiber, die sich die Arme aufschneiden, um Fotos von den Narben zu machen und mit irgendwelchen grenzdebilen, pseudo-tiefgründigen Sprüchen auf Facebook zu stellen. Dieses Aufmerksamkeits- und Mitleidsgehure ist so lächerlich!" O-Ton von 'nem Bekannten.
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