29.08.2013

First World Problems²

Mindestens alle zwei Monate juckt es mich in den Fingern und ich muss ganz, ganz dringend irgendwas verändern. Irgendetwas an mir. Am Allerliebsten meine Haare, denn die wachsen zum Einen nach und empfinden zum Anderen keine Schmerzen.
In den letzten zwei Jahren haben meine Haare von Sidecut über Regenbogenhaarfarben bis hin zu Kurzzeitdreadlocks eine ganze Masse mitgemacht. Genauer gesagt: Zu viel mitgemacht. Irgendwann Anfang diesen Jahres war dann Ende Gelände und meine über-brustlange Lockenmähne, okay, mein Gestrüpp (Muchas Gracias, Blondierung!) wurde in einen Raspelkurzschnitt verwandelt.

Jetzt ist es über fünf Monate her, dass ich sie angerührt habe. Aus Raspelkurz wurde Fast-Kinnlang. Aus dem Schwarz, das braun gefärbte Haare zuerst haben, wurde ein naturhaarfarbener Ansatz und darunter dieses goldige Mittelbraun, das braun gefärbte und vorher blondierte Haare immer irgendwann bekommen. Aus einer sauber geschnittenen Frisur wurde Chaos.

Und jetzt ist dieser Zeitpunkt, wo ich dieses Kribbeln kaum noch unterdrücken kann. Wo jeden Tag lautstark diese Stimme in mir fordert, irgendetwas mit meinen Haaren zu machen. Wo sich mein inneres Verlangen nach Veränderung nach Außen kehrt.
Doch es geht nicht. Meine Haare haben keine Länge, in der eine andere Farbe irgendwie gut aussehen würde. Lang sollen sie wieder werden, schneiden geht also auch nicht. Es gibt Nichts, das jetzt sofort anders werden könnte.

Und so sitze ich da, trommel innerlich ungeduldig mit den Fingern und verzweifle am Gefühl der Stagnation. Obwohl es doch nur um Haare geht.

3 Kommentare:

  1. Ach ich kenne das zu gut. Ich mag auch ständig irgendwas mit meinen Haaren machen. Ich hab ja eh so einen Haarknall ;)
    Wie die Zeit vergeht... Du hast wirklich schon seit mehr als fünf Monaten kurze Haare?!
    Bei dir habe ich aber Eindruck, du lenkst deine Unzufriedenheit mit dir selbst auf dein Äußeres und versuchst, daran etwas zu ändern, um quasi dich zu verändern. Früher hast du das mit Abnehmen versucht, jetzt damit, deine Haare zu verändern, was natürlich schon viel besser ist. Vielleicht ist dieser Eindruck aber auch totaler Schwachsinn...
    Kleine Fortschritte sind auch Fortschritte ;)
    Ich finde diese Einblicke in den Alltag auch toll, aber Rückblicke kommen mir oft so gezwungen vor, und es stört mich daran, dass meist nicht einmal ganze Sätze geschrieben werden. Naja mal sehen, wie ich das im Zukunft handhabe.

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  2. Extensions, baby, extensions! - höhö :)

    Lieblings-Anon

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    1. Zu teuer! Und meine Haare sind auch noch nicht lang genug dafür! :D

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